MOSAIK-SCHULE · Förderschule mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Prinzipien unserer Arbeit

Prinzip der individuellen Förderung

Anders als andere Schulen können wir nicht auf der Basis eines Lehrplanes für alle Schüler einer Klasse arbeiten. Zu unterschiedlich sind die Lernmöglichkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler.
Durch genaue Beobachtung muss für jedes Kind die Lernausgangslage ermittelt werden. Daraus ergeben sich individuelle Lernziele.
Um den sehr unterschiedlichen Zielen, Interessen, Möglichkeiten und Geschwindigkeiten der geistigen Verarbeitung Rechnung zu tragen, hat sich ein zweites wichtiges Prinzip herausgebildet:

Prinzip der gestalteten Lernumgebung

Damit versuchen wir, die besonderen Wahrnehmungsprobleme, Geschwindigkeit und Umfang der geistigen Verarbeitungsfähigkeit der einzelnen Schüler zu berücksichtigen. Ein Beispiel soll dies erläutern:
Im Denken spielen Begriffe eine wesentliche Rolle. Die meisten Begriffe und vor allem die Fähigkeit der Begriffsbildung erwirbt ein Kind ohne Behinderung bereits im Vorschulalter. Das geschieht ganz ohne pädagogische Maßnahmen. Einfach indem es Wörter wie das Wort „leer“ mal auf den Speiseteller, mal auf die Tasse, mal auf den Bus, mal auf das Zimmer usw. angewandt hört, entwickelt es einen Begriff von „Leere“. Oder indem es ein Wort wie „zwei“ auf die Handschuhe, auf Autos, auf Bauklötze usw. angewandt vernimmt, entwickelt es einen Begriff der „Zweiheit“.
Kennzeichen des Prozesses der Begriffsbildung ist das Erkennen allgemeiner Merkmale. Dies fällt Kindern mit einer Geistigen Behinderung schwer. Sie brauchen spezielle Hilfen:

  • Weil die Vielfalt der Umgebung verwirrend wirken kann, sollten Reize reduziert werden.
  • Menge, Geschwindigkeit und die Form der Darbietung von Objekten sollte der Aufnahmefähigkeit des Kindes angepasst werden.
  • Sprache muss kontrolliert eingesetzt werden.

Zur gestalteten Lernumgebung gehört ein freundliches und anregendes Haus,

  • in dem Schutz vor Überforderung besteht,
  • in dem der Tagesablauf sich den Möglichkeiten der Kinder anpasst,
  • in dem Interessen geweckt werden und Mut gemacht wird,
  • in dem Ruhezeiten und Rückzugsmöglichkeiten angeboten werden,
  • in dem Freizeit gestaltet werden kann,
  • in dem Freundschaften geschlossen werden können,
  • in dem gemeinsam gegessen und gefeiert wird,
  • in dem Gemeinsamkeit bei Klassenfahrten und Ausflügen erprobt wird.

Prinzip des lebensunmittelbaren und anschaulichen Lernens

Lebensunmittelbares Lernen findet statt, wenn z.B. im Supermarkt eingekauft wird. Anschauliches Lernen nennt man das Herauslösen eines Ausschnittes aus der Wirklichkeit, z.B. das Üben einer Grußformel im Rollenspiel. Schulisches Lernen kann nicht mit der Wirklichkeit gleichgesetzt werden. Um so erstaunlicher ist die Leistung des Kindes, wenn es das Erlernte im Alltag anwenden kann.
Kinder mit einer Geistigen Behinderung haben erhebliche Probleme bei solchen Übertragungsleistungen. Sie müssen Gelegenheit haben, alle Fertigkeiten sowohl in anschaulicher Weise zu erwerben wie auch lebensunmittelbar zu festigen.